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am Wochenmärit am Stand von Dante Barisi

  • Wochenmärit Dienstags auf dem Bundesplatz Bern
  • Wochenmärit Mittwochs in Bolligen
  • Wochenmärit Donnerstags in Burgdorf
  • Wochenmärit Samstags in der Münstergasse, Bern

Eine Heimreise

Veröffentlicht am 07.07.2014

Copyright Bruno Moni 2010Copyright Bruno Moni 2010Die Hinfahrten in die Toskana sind ein Ritual für mich. Die Fahrt ins Berner Oberland, der Verlad am Lötschberg, die Rhoneebene von Gampel nach Brig, die „Bezwingung“ des Simplonpasses, das Überqueren der Grenze in Iselle und schliesslich die Auffahrt auf die Autostrada Azzurra von Genua nach Livorno. Es beruhigt mich unheimlich, wie die Landschaft, je länger die Reise geht, immer mediterraner wird – das entschleunigte Leben greifbar wird.

Der erste Herzsprung geschieht kurz hinter Masone im ligurischen Appennin auf dem Turchinopass: Nach einem kurzen Tunnel öffnet sich der Blick auf das Mittelmeer, die riesigen Tanker liegen scheinbar unbeweglich im Wasser. Gleich nach diesem Anblick gilt es konzentriert durch Genua zu kommen. Doch es ist eine willkommene Abwechslung zur eintönigen, gradlinigen Autobahn in der Poebene.

Vorbei an der berühmten ligurischen Riviera und den Cinque Terre führt mich die Strasse ins Magratal nördlich von La Spezia. Von weitem schon sieht man die weissen Felsen von Carrara, wo der weltberühmte Marmor herausgeschnitten wird. Richtig wohlig wird es mir wenn ich über das Viadukt vor Carrara fahre und das Schild sehe, das mich darauf aufmerksam macht, dass ich nun in der Toskana bin.

Die Landschaft ändert sich langsam aber stetig; aus den Laubbäumen werden Pinienbäume und Zypressen. Auf der linken Seite verschwinden die hohen Berge des Appenins und geben den Blick frei auf das Arnotal. Sogar der schiefe Turm von Pisa begrüsst mich.

Die letzten Kilometer sind etwas mühsam, so nah ist doch das Ziel. Die Landschaft ist traumhaft: Sanft geschwungene Hügel auf denen der Weizen wächst. Grüne Wälder in denen die Wildschweine den Boden umwälzen. Die Küste mit seinem blauen Meer.

Beim Anblick der imposant gelegenen, uralten Etruskerstadt Volterra bin ich wahrlich heimgekommen. Nicht mehr weit bis zu meinem Ziel in Pomarance. Mein System ist neugestartet und mein Kopf hat wieder neue Energie.

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Olivenernte

Veröffentlicht am 07.07.2014

Copyright Bruno Moni 2010Copyright Bruno Moni 2010Wieder ist es Zeit unser Olivenöl zu machen. An den Marktständen in Bern und Burgdorf werbe ich für Erntehelfer. Schliesslich schaffe ich es, mehrere Leute zu rekrutieren. Zur Abfahrt treffen wir uns in der Café Bar Sattler in der Länggasse. Wetter gut! Jedenfalls bis kurz nach der Grenze! Danach fängt es richtig an zu giessen! Zeitweise schüttet es so stark runter, dass man kaum mehr die Strasse erkennen kann. Endlich kommen wir abends der Nacht in Pomarance an.
Der erste Tag zeigt sich sehr nass. Ständig regnet es. Da regennasse Olivenbäume in Ruhe gelassen werden müssen, ist an eine Ernte noch nicht zu denken. So entschliessen wir uns eine kleine Ausfahrt zu machen. Ich zeige unseren Gästen die Landschaft um Pomarance. Anschliessend machen wir eine kleine Rundfahrt über Larderello, Castelnuovo und Volterra, wo gerade Trüffelmarkt ist.

Ab Dienstag gilt es dann ernst. Bewaffnet mit typischen Kisten machen wir uns auf den Weg in den Olivenhain. Insgesamt 125 Bäume warten darauf gelesen zu werden. Die Oliven werden hierbei von den Ästen abgestreift und fallen auf das am Boden liegende Netz. Von hier werden sie dann in die Kisten gefüllt. Zu zweit steigen wir in die Bäume, während die Anderen sich um die Äste kümmern, welche Stehend erreichbar sind. Um das Ganze noch wirksamer zu gestalten, konzentrieren wir uns auf die Bäume mit den meisten Oliven. So kommen wir während den nächsten Tagen richtig flott vorwärts. Da wir erst gegen Elf Uhr mit der Arbeit anfangen können (weil morgens die Bäume noch feucht sind), begnügen wir uns mittags mit einem kleinen Picknick unter den Bäumen. Dann wird bis zur Dämmerung weitergemacht. Laufend werden die vollen, 18 Kilo schweren Kisten mit der Ape abgeholt und auf dem Hof trocken gelagert.

Nachdem die fleissigen Erntehelfer wieder beim Haus und frisch geduscht sind, gönnen wir uns einen ausgiebigen Feierabend. Bei neuem Wein und gutem Essen sitzen wir noch bis weit in die Nacht am Feuer.Copyright Bruno Moni 2010Copyright Bruno Moni 2010

Am Freitagmorgen geben wir richtig Gas und lesen noch einmal 10 Kisten. Dann ist endlich Olivenpressung. Stolz bringen wir unsere 500 kg Oliven in die Ölmühle.
Und nun geht’s los!
Eine Stunde später versammeln wir uns um den Ausguss. Gespannt warten wir auf die Flüssigkeit, für die wir so hart gearbeitet haben. Dann erscheint das leuchtend grüne Öl und fliesst in den Kessel. Das Öl ist noch warm (ca. 25°) und recht scharf. Zuhause feiern mit „Finocchiona-Rösti“, neuem Öl, Wein und Unterhaltung bis spät in die Nacht.

Das Wetter Die Heimreise ist deutlich angenehmer als die Hinreise. Mit 50 Litern des Olivenöls machen wir uns auf den Weg zurück in die Schweiz, um den Eidgenossen, welche bereits sehnsüchtig warten, das grüne Gold der Toskana zu bringen. Vor der Autobahn will die Mehrheit der Pflücker noch ans Meer fahren. An der Steilküste zwischen Rosignano und Livorno, gleich neben dem mittelalterlichen Küstenwachturm legen wir einen halbstündigen Halt ein. So können sich die harten „Helvetier“ am Salzwasser ergötzen bevor es zurück ins kalte Novemberwetter der Alpennordseite geht.Copyright Bruno Moni 2010Copyright Bruno Moni 2010

Das Olivenöl fand begeisterte Abnehmer. Nach kurzer Zeit war Alles ausverkauft.
Neues Öl schmeckt köstlich auf Kartoffelstock, Pellkartoffeln oder Nudeln. Eine gute Idee ist auch, den Kanister in einer kalten Vorwinternacht draussen stehen zu lassen und danach in die Gefriertruhe zu stellen. So hat man im Frühjahr Olivenöl wie ab Presse zum neuen Salat oder für die sommerlichen Tomaten.